greenhouse tomatoes
UNSERE MISSION

Alles begann mit der Leidenschaft zur Landwirtschaft

Seit 1972 ist der Westhof in den Händen der Familie Carstens. Als Rainer im Jahr 1978 den elterlichen Betrieb übernahm, erstreckten sich 60 Hektar Eigenland vor ihm, ergänzt durch gepachtete Flächen in der Nähe des Westhofs. 

In Dithmarschen, umgeben von fruchtbaren Feldern, frischer Nordseeluft und besten Voraussetzungen für den Ackerbau, war der Westhof damals ein mittelgroßer Betrieb, der sich konventionell auf Weizen, Zuckerrüben und Kartoffeln fokussierte. Ein Teil der Ernte fand seinen Weg direkt über den damaligen Hofladen in die Speisekammern der Nachbarn.

Der Wendepunkt: Umstellung auf Bio im Jahr 1989

Die Gründe für die Umstellung auf ökologische Anbauweise sind tief in Rainers persönlichen Erfahrungen verankert. Die Gesundheitsprobleme seines Vaters waren der erste Weckruf, der ihn dazu drängte, über die Konsequenzen der konventionellen Landwirtschaft nachzudenken. Die Sorge um die Gesundheit seiner Familie trieb ihn an, nach alternativen Wegen zu suchen.

Die Geburt seiner vier Kinder verstärkte diese Sorgen und damit sein Bestreben, eine Umgebung zu schaffen, die frei von schädlichen Chemikalien und belastenden Rückständen ist. Die Verantwortung als Vater ließ ihn nicht nur an die Gegenwart, sondern auch an die Zukunft denken. Die Kinder sollten auf einem Hof aufwachsen, der eine gesunde Umgebung für ihre Entwicklung bietet.

Doch der Wendepunkt war nicht nur persönlich motiviert. Das Unglück von Tschernobyl im Jahr 1986 schickte Schockwellen durch die Welt und erreichte auch die Felder des Westhofs. Die Bedrohung radioaktiver Kontamination war ein unübersehbares Zeichen, dass die herkömmliche Landwirtschaft Risiken barg, die nicht zu ignorieren waren.

Die Umstellung auf biologischen Landbau wurde für Rainer zur logischen Antwort auf diese Herausforderungen. Das Streben nach nachhaltigem Wirtschaften rückte in den Mittelpunkt seiner Gedanken, angetrieben von dem Wunsch, die Bodenfruchtbarkeit für kommende Generationen zu bewahren

So markierte das Jahr 1989 nicht nur den Beginn eines neuen Kapitels für den Westhof, sondern auch den Startpunkt für eine Reise, die von persönlichen Herausforderungen zu einem tieferen Verständnis von Verantwortung und Nachhaltigkeit führte.

Rainer präsentiert stolz seine erste Gemüse-Ernte 1990

1992 Meilenstein für den Bio-Anbau

Nach drei Jahren Umstellungszeit war es 1992 soweit: Die ersten offiziell anerkannten Bio-Produkte wurden auf dem Westhof verkauft. Unsere Felder erblühten mit dem Anbau von Getreide, Kartoffeln, etwas Gemüse und Erdbeeren, während der Westhof auf stolze 110 Hektar angewachsen war.

In diesem bedeutungsvollen Jahr gründeten wir auch die Vermarktungsgesellschaft Bioland Schleswig-Holstein. Rainer fokussierte sich in den darauffolgenden Jahren intensiv auf den biologischen Gemüseanbau. Die hohe Nachfrage nach unseren Produkten führte zu einer beeindruckenden Entwicklung. Unser Westhof-Gemüse allein konnte die steigende Nachfrage nicht mehr befriedigen, weshalb wir begannen, Bio-Gemüse von benachbarten Höfen mitzuvermarkten. Der Bio-Anbau in Dithmarschen wuchs kontinuierlich weiter.

Vor allem die Suche nach neuen Absatzmärkten und innovativen Vermarktungsstrategien prägte entscheidend die Entwicklung des Westhofs:

1998: Gründung der BIO-FROST Westhof GmbH
Die BIO-FROST Westhof GmbH entstand 1998 in Büsum, mit dem Ziel, Tiefkühlkost aus biologischem Anbau herzustellen. Die enorme Nachfrage führte bereits nach zwei Jahren zu einer Vergrößerung des Unternehmens, das daraufhin nach Wöhrden in ein neues Produktionsgebäude umzog.

2000: Gründung des BIO-HANDELS
Im Jahr 2000 wurde die Westhof GmbH ins Leben gerufen, die heute als Westhof Bio-Gemüse GmbH & Co. KG bekannt ist. Diese Gründung erfolgte mit dem klaren Ziel der handelsgerechten Aufbereitung von Bio-Frischgemüse. Durch diese Schritte öffnete sich der Westhof neuen Absatzmärkten und schuf eine solide Grundlage für die Vermarktung seiner biologischen Produkte.

Gemeinsam in eine nachhaltige Zukunft

Im Jahr 2002 schloss sich Rainer mit seinem damaligen Partner und Nachbarn Paul-Heinrich Dörscher zusammen. Gemeinsam gründeten sie eine GbR, um die neu hinzugekommenen ökologischen Anbauflächen zu bewirtschaften. Vor dieser Gründung hatten die beiden Betriebsleiter bereits mehrere Jahre erfolgreich in einer Maschinengemeinschaft zusammengearbeitet. Die biologisch bewirtschaftete Gesamtbetriebsfläche erstreckt sich heute auf über 1.000 Hektar.

Diese Entwicklung spiegelt nicht nur ihre engagierte Zusammenarbeit, sondern auch ihre gemeinsame Überzeugung wider, nachhaltig und verantwortungsbewusst zu wirtschaften.

In den darauffolgenden Jahren suchten Rainer und Paul nach einer Lösung für die Herstellung von hochwertigem Bio-Dünger. Die Idee, eine eigene Biogasanlage zu bauen, entstand, wobei zunächst unklar war, wie die entstehende Abwärme genutzt werden könnte.

Als ein großer Kunde aus dem Einzelhandel Interesse an Bio-Tomaten äußerte, kristallisierte sich das Konzept heraus. Die Abwärme konnte optimal für das Gewächshaus und das Wachstum der Tomaten genutzt werden. So entstand 2012 das 4 Hektar große Bio-Gewächshaus in Wöhrden, gefolgt von der Errichtung der nebenanstehenden Biogasanlage im Jahr 2014. Diese leitet nicht nur Wärme, sondern auch gereinigtes CO2 direkt ins Gewächshaus, welches unsere schmackhaften Bio-Tomaten und -Paprikas zum Wachsen benötigen.

Rainer und Paul verbindet die Leidenschaft für den Bio-Anbau und den Wunsch, der Natur etwas zurückzugeben

PHILOSOPHIE